Moin zusammen,
ich möchte zum Thema Leasing vs. Kauf auch mal meine Gedanken teilen. Oft wird in der Diskussion nämlich ein entscheidender Faktor vergessen: das gebundene Kapital und die damit einhergehenden Opportunitätskosten.
Ich habe das für meinen kürzlich abgeschlossenen Leasingvertrag (3 Jahre, 10.000 km/Jahr) durchgerechnet: Bei 115 € Monatsrate, 4.000 € Anzahlung und 1.500 € Überführung abzüglich 5.000 € Prämie lande ich bei echten Gesamtkosten von 4.640 €.
Ein Barkauf läge nach Rabatt und Prämie bei 25.000 €. Lease ich stattdessen, kann ich diese 25.000 € drei Jahre lang in einen Welt-ETF stecken. Bei angenommenen 5 % Rendite p.a. (inkl. Inflation/Steuern) entgehen mir beim Barkauf durch den Zinseszinseffekt ca. 3.940 €. Mir ist natürlich klar, dass die 5 % nur ein statistischer Erwartungswert und keine Garantie für die nächsten drei Jahre am Aktienmarkt sind.
Kurz zum oft genannten Risiko bei der Leasing-Rückgabe: Etwaige Kratzer würde ich auch bei einem gekauften Privatwagen reparieren lassen, da ich ohnehin kein beschädigtes Auto fahren möchte. Das nimmt sich für mich in der Praxis also nichts.
Mein Fazit: Den ungewissen Wertverlust mal komplett ausgeklammert, kostet mich der Barkauf allein durch die entgangene ETF-Rendite fast genauso viel wie das komplette Leasing (3.940 € entgangene Rendite vs. 4.640 € Leasingkosten). Der Kauf rechnet sich hier nur, wenn der Wertverlust nach drei Jahren extrem gering ausfällt.