Wenn wir jetzt in die Richtung gehen, dann muss ich mich auch mal einschalten, da ich beruflich mit so etwas täglich konfrontiert bin 😅 Erstmal allgemein: es heißt Kunststoff und nicht Plastik.
Es ist tatsächlich so, dass im Interieur viele Bauteile mit soft-touch Oberflächen vorhanden sind. Diese wurden im Automotive-Bereich bisher aus Einzelkomponenten aus unterschiedlichen Kunststoffen zusammengefügt. Nun ist es jedoch so, dass man diesen Verbund (meist sogar Thermoplaste + Elastomeranteile) schlecht bis gar nicht recyceln kann. Dies liegt an den Eigenschaftsubterschieden verschiedener Kunststoffen. Da es aber bald die End of life vehicle Regulation (ELV) gibt, müssen neu produzierte Autos bestimmte Recyclingquoten erfüllen. Von diesem recycelten Material muss ein gewisser Anteil closed-Loop, also aus Automobilen, stammen.
Wozu jetzt die ganze Erklärung? Die angesprochenen Soft-Touch-Bauteile müssen im Hinblick auf eine sortenreine Rezyklierung also statt aus vielen, nur noch aus einem Material/ Recycling-kompatiblen Materialien bestehen. Hierzu wird das sogenannte „Thermoplast-Schaumspritzgießen“ (TSG) verwendet. Da dies noch nicht für alle Geometrien im Interieur so einfach umzusetzen ist/ mit viel Forschung verbunden ist, kann es also bei Niedrigpreissegmenten momentan häufiger sein, dass man an einigen Stellen hard-touch-Oberflächen hat. Der Raval hat übrigens für heutige Autos bereits eine sehr sehr hohe Recyclingquote bei den verbauten Konponenten. Besonders bei den Sitzbezügen ist dies noch kein Standard, wird hier aber gemacht. Daneben noch einige Komponenten aus Kofferaum und Interieur.